Persönlichkeitsrecht · Social Media · Cybermobbing
Cybermobbing stoppen
rechtliche Möglichkeiten
Beleidigungen, falsche Behauptungen, Drohungen, Fake-Profile oder die Verbreitung privater Bilder müssen im Internet nicht hingenommen werden. Betroffene können Inhalte melden und löschen lassen, Unterlassung verlangen, in dringenden Fällen gerichtlichen Eilrechtsschutz prüfen und bei strafbaren Handlungen Anzeige erstatten.
Stand 5.10.2026 · Kanzlei Wrase in Hamburg · bundesweite Vertretung
Rechtsverletzung im Netz prüfen lassen
Schildern Sie kurz, was veröffentlicht oder versendet wurde, auf welcher Plattform die Inhalte erscheinen und ob die verantwortliche Person bekannt ist.
040 228 682 10 →mail@lawst.de →
Screenshots, Links und weitere Nachweise können Sie ergänzend per E-Mail übersenden.
Eine Anfrage allein begründet keine Mandatsübernahme. Vorgehen, Erfolgsaussichten und Kosten werden vor einer Beauftragung geklärt. Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie in der Datenschutzerklärung.
- Beweise sichern. Screenshots, URL, Accountname, Datum, Nachrichtenverlauf und Verbreitung dokumentieren.
- Inhalte melden. Rechtswidrige Posts, Bilder oder Accounts über das DSA-Meldeverfahren der Plattform beanstanden.
- Ansprüche durchsetzen. Unterlassung, Beseitigung, Schutzanordnung, Schadensersatz und Strafanzeige je nach Fall getrennt prüfen.
Kurzantwort
Was können Betroffene gegen Cybermobbing tun?
Betroffene sollten zunächst Beweise sichern und anschließend parallel prüfen, ob die Inhalte über die Plattform entfernt, zivilrechtliche Ansprüche gegen den Verantwortlichen durchgesetzt und strafrechtliche Schritte eingeleitet werden können. Welche Maßnahme am wirksamsten ist, hängt davon ab, ob es um Beleidigungen, unwahre Tatsachen, Drohungen, wiederholte Kontaktaufnahme, Fake-Profile oder private Fotos und Videos geht.
Bei akuten Drohungen oder einer unmittelbaren Gefahrenlage sollte nicht erst ein zivilrechtliches Verfahren abgewartet werden. Dann ist die Polizei der richtige erste Ansprechpartner.
Ist Cybermobbing strafbar? Diese Straftatbestände kommen in Betracht
Ob Cybermobbing strafbar ist, hängt vom konkreten Verhalten ab. Das deutsche Strafgesetzbuch enthält keinen eigenständigen Tatbestand mit der Bezeichnung „Cybermobbing“. Einzelne Angriffe können aber sehr wohl strafbar sein.
Beleidigung – § 185 StGB
Herabsetzende Äußerungen können als Beleidigung strafbar sein. Bei öffentlicher Begehung oder Verbreitung eines Inhalts ist ein erhöhter Strafrahmen vorgesehen.
Üble Nachrede – § 186 StGB
Wer herabwürdigende Tatsachen über eine Person behauptet oder verbreitet, die nicht erweislich wahr sind, kann sich strafbar machen.
Verleumdung – § 187 StGB
Wer wissentlich unwahre herabwürdigende Tatsachen verbreitet, kann den Tatbestand der Verleumdung erfüllen.
Nachstellung – § 238 StGB
Wiederholte Kontaktversuche, missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten oder bestimmte Online-Handlungen können als Nachstellung relevant sein.
Nötigung – § 240 StGB
Wer durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einem Verhalten zwingt, kann sich wegen Nötigung strafbar machen.
Bedrohung – § 241 StGB
Konkrete Drohungen mit bestimmten rechtswidrigen Taten gegen die betroffene Person oder nahestehende Personen können strafbar sein.
Private Bildaufnahmen – § 201a StGB
Das unbefugte Herstellen, Übertragen oder Weitergeben bestimmter Bildaufnahmen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich kann strafbar sein.
Recht am eigenen Bild
Die Veröffentlichung erkennbarer Bildnisse kann zusätzlich §§ 22, 23 KunstUrhG verletzen; § 33 KunstUrhG enthält für bestimmte Verstöße eine Strafvorschrift.
Welcher Paragraph gilt bei Cybermobbing?
Es gibt keinen einzelnen „Cybermobbing-Paragraphen“. Maßgeblich ist die konkrete Handlung. Bei Beleidigungen kommen §§ 185 bis 187 StGB in Betracht, bei wiederholter digitaler Nachstellung § 238 StGB, bei Zwang oder Drohung §§ 240 und 241 StGB und bei bestimmten privaten Bildaufnahmen § 201a StGB.
Zivilrechtlich stehen vor allem das allgemeine Persönlichkeitsrecht sowie Ansprüche aus § 823 BGB und der entsprechend angewandte § 1004 BGB im Mittelpunkt. Bei wiederholter Nachstellung oder Verfolgung über Fernkommunikationsmittel kann zusätzlich das Gewaltschutzgesetz relevant werden.
Cybermobbing stoppen: Unterlassung und Löschung verlangen
Wer durch rechtswidrige Äußerungen, Bilder oder wiederholte Angriffe in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt wird, kann zivilrechtliche Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche haben. In der Praxis werden diese regelmäßig auf § 1004 BGB analog in Verbindung mit § 823 BGB und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht gestützt.
Der Beseitigungsanspruch zielt auf die Entfernung einer fortbestehenden Beeinträchtigung. Der Unterlassungsanspruch soll weitere gleichartige Verletzungen verhindern. Bei einer bereits erfolgten Rechtsverletzung kann eine Wiederholungsgefahr bestehen; wie sie wirksam ausgeräumt wird, muss im konkreten Fall geprüft werden.
Wird ein Foto ohne ausreichende Einwilligung veröffentlicht, können daneben das Recht am eigenen Bild nach §§ 22, 23 KunstUrhG und das allgemeine Persönlichkeitsrecht greifen. Das Urheberrecht ist dagegen nur dann die passende Grundlage, wenn die betroffene Person zugleich Rechte am verwendeten Werk besitzt.
Instagram, TikTok, Facebook & Co.: rechtswidrige Inhalte löschen lassen
Für Social-Media-Plattformen und andere Hostingdienste ist heute vor allem der Digital Services Act maßgeblich. Art. 16 DSA verpflichtet Hostingdienste, ein elektronisches Melde- und Abhilfeverfahren für mutmaßlich rechtswidrige Inhalte bereitzustellen.
Eine Meldung sollte den konkreten Inhalt identifizieren, die Rechtswidrigkeit nachvollziehbar begründen und den genauen Link oder Speicherort angeben. Die Plattform muss die Meldung zeitnah, sorgfältig, objektiv und frei von Willkür bearbeiten und über die Entscheidung informieren.
Reagiert ein Dienst nicht auf eine Meldung oder stellt er kein funktionsfähiges Meldeverfahren bereit, kann eine Beschwerde beim deutschen Digital Services Coordinator in der Bundesnetzagentur geprüft werden. Der DSC selbst löscht den konkreten Inhalt allerdings nicht.
Wiederholte Nachrichten und digitales Nachstellen: Gewaltschutzgesetz
Bei wiederholter Belästigung, Nachstellung oder Kontaktaufnahme gegen den ausdrücklich erklärten Willen kann neben § 238 StGB auch § 1 GewSchG praktisch wichtig sein. Das Gericht kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen Schutzanordnungen treffen und insbesondere untersagen, Verbindung zur betroffenen Person aufzunehmen – ausdrücklich auch über Fernkommunikationsmittel.
Das kann bei fortgesetzten Nachrichten, Anrufen oder anderen Formen digitaler Verfolgung ein schnellerer und zielgerichteterer Schutz sein als eine ausschließlich auf einzelne Posts bezogene Beanstandung.
Cybermobbing beweisen: Was sollte gesichert werden?
Beweise sollten gesichert werden, bevor Inhalte gemeldet oder der Verantwortliche angesprochen wird. Posts und Accounts können schnell gelöscht oder verändert werden.
- vollständige Screenshots einschließlich Accountname, Datum und sichtbarer URL anfertigen,
- bei Storys, Videos oder sich verändernden Inhalten zusätzlich Bildschirmaufnahmen erstellen,
- Direktnachrichten und Chatverläufe vollständig sichern und nicht nur einzelne Ausschnitte speichern,
- Profil-URLs, Nutzerkennungen und verknüpfte Accounts dokumentieren,
- bei Weiterverbreitung festhalten, auf welchen Accounts oder Webseiten der Inhalt erneut erscheint,
- Zeugen und sonstige Nachweise zum tatsächlichen Geschehen notieren,
- Plattformmeldungen, Eingangsbestätigungen und Entscheidungen der Plattform aufbewahren.
Ist der Verantwortliche nur unter einem anonymen oder pseudonymen Account aktiv, kann die Identifizierung zusätzliche gerichtliche oder strafrechtliche Schritte erfordern. Die Beweissicherung bleibt auch dann der erste Schritt.
So kann das rechtliche Vorgehen gegen Cybermobbing aussehen
Die sinnvollste Reihenfolge hängt von Dringlichkeit und Art des Angriffs ab. Bei fortlaufenden Veröffentlichungen oder massiver Nachstellung können mehrere Wege parallel erforderlich sein.
- 01→ SICHERN
Beweise dokumentieren
Inhalte, Accounts, Links, Nachrichten und Verbreitung möglichst vollständig festhalten.
- 02→ MELDEN
Plattform einschalten
Rechtswidrige Inhalte über das DSA-Meldeverfahren konkret und begründet beanstanden.
- 03→ SCHÜTZEN
Unterlassung prüfen
Gegen bekannte Verantwortliche außergerichtliche oder gerichtliche Unterlassung und gegebenenfalls Eilrechtsschutz prüfen.
- 04→ STRAFRECHT
Anzeige und Strafantrag
Bei strafbaren Handlungen Polizei oder Staatsanwaltschaft einschalten und notwendige Antragsfristen beachten.
Schadensersatz und Geldentschädigung bei Cybermobbing
Entstehen durch eine rechtswidrige Handlung konkrete Vermögensschäden oder Gesundheitsschäden, können Schadensersatzansprüche nach § 823 BGB in Betracht kommen. Bei einer schweren Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts kann unter engen Voraussetzungen auch eine Geldentschädigung verlangt werden.
Eine Geldzahlung folgt aber nicht automatisch aus jeder Beleidigung oder jedem rechtswidrigen Post. Maßgeblich sind insbesondere Schwere, Reichweite, Dauer, Verschulden, Folgen für die betroffene Person und die Frage, ob andere Abhilfemöglichkeiten ausreichend sind.
Ihr Ansprechpartner
Anwaltliche Hilfe bei Cybermobbing und Persönlichkeitsrechtsverletzungen
Kanzlei Wrase prüft bundesweit Rechtsverletzungen durch Social-Media-Posts, Nachrichten, Bilder, Videos, Bewertungen und wiederholte digitale Belästigung. Im Mittelpunkt steht zunächst die schnelle Einordnung: Was muss gesichert werden, welcher Inhalt kann entfernt werden und gegen wen sollte vorgegangen werden?
Je nach Fall umfasst die Vertretung die Plattformbeanstandung, außergerichtliche Unterlassung, gerichtlichen Eilrechtsschutz und die Prüfung von Schadensersatzansprüchen. Bei rechtswidrigen Bewertungen finden Sie zusätzlich die Vertiefung Negative Bewertung löschen lassen.

Rechtsanwalt Björn Wrase
Kanzlei Wrase
Am Kaiserkai 69
20457 Hamburg · Deutschland
040 228 682 10 · mail@lawst.de
Häufige Fragen zu Cybermobbing
Ist Cybermobbing eine Straftat?
Cybermobbing ist kein eigener Straftatbestand. Einzelne Handlungen können aber beispielsweise Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Nachstellung, Nötigung, Bedrohung oder eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen darstellen.
Welcher Paragraph gilt bei Cybermobbing?
Es gibt keinen einzelnen Paragraphen. Je nach Verhalten kommen insbesondere §§ 185 bis 187, 201a, 238, 240 und 241 StGB in Betracht. Zivilrechtlich sind vor allem § 823 BGB und § 1004 BGB analog in Verbindung mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht relevant.
Kann ich Cybermobbing bei Instagram oder TikTok löschen lassen?
Rechtswidrige Inhalte können über das Melde- und Abhilfeverfahren der Plattform gemeldet werden. Die Meldung sollte den konkreten Inhalt, die URL und den Grund der Rechtswidrigkeit möglichst genau bezeichnen. Zusätzlich können Ansprüche gegen den verantwortlichen Nutzer bestehen.
Was kann ich gegen einen anonymen Account tun?
Sichern Sie zunächst alle verfügbaren Accountdaten, Links, Inhalte und Kommunikationsverläufe. Ob und wie die Identität des Verantwortlichen ermittelt werden kann, hängt vom Einzelfall ab und kann zusätzliche gerichtliche oder strafrechtliche Schritte erfordern.
Kann ein Gericht weiteren Kontakt verbieten?
Unter den Voraussetzungen des Gewaltschutzgesetzes kann das Gericht Schutzanordnungen treffen. § 1 GewSchG erfasst auch wiederholte Nachstellung und Kontaktaufnahme über Fernkommunikationsmittel.
Wie schnell kann gegen Cybermobbing vorgegangen werden?
Bei fortdauernden schweren Persönlichkeitsrechtsverletzungen kann gerichtlicher Eilrechtsschutz in Betracht kommen. Daneben sollten Plattformmeldungen und die Beweissicherung unverzüglich erfolgen. Bei strafantragsabhängigen Delikten können zudem kurze Antragsfristen relevant sein.
Beweise sichern. Inhalte stoppen.
Lassen Sie Cybermobbing rechtlich prüfen.
Senden Sie die Links, Screenshots und eine kurze Schilderung des Ablaufs. Kanzlei Wrase klärt, welche Schritte gegen Inhalt, Plattform und Verantwortliche sinnvoll sind.
