.
Kostenfreie telefonische Erstberatung: 040 - 228 682 – 10 Bundesweite Interessenvertretung!

Urheberrechtsverletzung – ein allgemeiner Überblick

Urheberrechtsverletzung – Allgemeine Fakten und Informationen
zur Verwendung von Bildmaterial und Filesharing.

 

Wozu gibt es das Urheberrecht?

In § 1 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) wird der Schutz von Werken aus den Gattungen Literatur, Wissenschaft und Kunst normiert. In § 2 UrhG folgt eine nicht abschließende Auflistung dessen, was Werke im Sinne von Literatur, Wissenschaft und Kunst überhaupt sind. Es lässt sich also festhalten, dass das Urheberrecht dazu dient, das geistige Eigentum der Schöpfer solcher Werke gegen die unberechtigte Verbreitung oder Verwendung zu schützen.

 

Folgen bei Verstößen: Urheberrechtsverletzung

Verletzt man das Urheberrecht, können sowohl privatrechtliche, als auch strafrechtliche Konsequenzen folgen. Im Privatrecht hat der Urheber die Möglichkeit einer außergerichtlichen Abmahnung, sodann, als nächsten Schritt, einer Unterlassungsklage, sowie zusätzlich der Forderung von Schadensersatz. Mit der Abmahnung beziehungsweise der Unterlassungsklage soll eine weitere Nutzung oder Verbreitung des betreffenden Werkes verhindert werden. Der Schadensersatz dient einer „Wiedergutmachung“ der verletzten Rechte des Urhebers und einem Ausgleich des entstandenen Vorteils durch die widerrechtliche Nutzung. Die strafrechtlichen Sanktionen sind maßgeblich in den §§ 106-108 UrhG zu finden. Demnach muss bei Erfüllung eines der beschriebenen Tatbestände und anschließender strafrechtlicher Verfolgung durch den Urheber mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder einer Geldstrafe gerechnet werden. Ist die Urheberrechtsverletzung mit einem gewerblichen Hintergrund erfolgt, dehnt sich das Strafmaß auf bis zu 5 Jahre oder Zahlung einer Geldstrafe aus (§ 108a UrhG).

 

Verwendung von Bildern

Urheber eines Bildes ist derjenige, der es geschaffen hat, so zum Beispiel der Fotograf. Die Verwendung eines konkreten Bildes ist nur mit der Zustimmung des Schöpfers rechtmäßig. Um auf der sicheren Seite zu sein und einer eventuellen Bestrafung durch eine Urheberrechtsverletzung zu entgehen, sollte also vor der Verwendung eines Bildes der Urheber kontaktiert und um Erlaubnis gebeten werden. Zugegebenermaßen gestaltet sich dies im alltäglichen Gebrauch, vor allem im Internet, als nahezu unmöglich.

 

Veränderungsverbot und Ausnahme der freien Bearbeitung

Des Weiteren gilt ein Veränderungsverbot für Bilder. Es ist also nicht erlaubt, eine kleine Änderung an einem Bild vorzunehmen und es dann als sein eigenes auszugeben und zu verwenden. Es besteht allerdings eine Ausnahme zu diesem Grundsatz. Wird ein Bild derart verändert, das seine alten Merkmale gänzlich hinter der neuen Gestaltung zurücktreten, gilt dies als freie Bearbeitung und zieht eine freie Benutzung mit sich. Es wird quasi ein neues Werk geschaffen, dessen Urheberrechte nun dem Bearbeiter zustehen. Ob es sich im Streitfall um eine solche freie Bearbeitung handelt, muss an strengen Maßstäben definiert werden und ist nur im Einzelfall zu entscheiden, da sich bei etwas so individuellem wie Bildern keine allgemeingültige Aussage treffen lässt.

 

Urhebrrechtsverletzung durch Filesharing

Das Filesharing als solches ist ebenfalls eine Urheberrechtsverletzung. Maßgeblich sind hier die sogenannten „Uploads“, also die Vervielfältigung von zum Beispiel Musik- oder Filmmaterial über die einschlägigen Plattformen. Strittig ist hierbei, ob schon das Abrufen der Datei auf dem eigenen PC, also der Stream, strafbar ist. Straflos sind jedenfalls weiterhin Vervielfältigungen für den privaten Gebrauch. Wer sich also von seinem Bekannten eine CD brennen lässt, oder einen Mix für die nächste Party zusammenstellt, muss sich keine Gedanken über eine mögliche Urheberrechtsverletzung machen und hat keine Strafverfolgung zu befürchten.

Schlussendlich sind Urheberrechtsverletzungen im Alltag allgegenwärtig und haben vor allem durch die Nutzung sozialer Netzwerke erheblich zugenommen. Manche Bilder und Inhalte werden vom Urheber eingestellt, gerade weil sie verbreitet werden sollen. Von dieser Seite aus hat man unter normalen Umständen nichts zu befürchten, vorsichtig sollte man allerdings bei Bildern oder Inhalten werden, die diese Kriterien nicht erfüllen. Um die Begehung einer Urheberrechtsverletzung zu vermeiden gilt im Zweifel: Finger weg von fremdem Eigentum!

 

urheberrechtsverletzung

© kentoh – Fotolia.com

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blog

fake-abmahnung waldorf frommer

Vorsicht vor Fake: Abmahnungen der Waldorf Frommer Rechtsanwälte per E-Mail

Seit gestern (09.03.2017) erhalten wir sehr viele Anfragen zu einer per E-Mail versandten Abmahnung im Namen der Waldorf Frommer Rechtsanwälte aus München. Den E-Mail-Empfängern wird vorgeworfen, die Software Adobe Photoshop SC6 – Master Collection unerlaubt öffentlich zum Download zur Verfügung gestellt zu haben. Es werden darin umfangreiche Unterlassungs- und Zahlungsansprüche geltend gemacht. Es wird die Zahlung von…

einstweilige verfügung

Einstweilige Verfügung im Urheberrecht & Wettbewerbsrecht

  Haben Sie eine einstweilige Verfügung erhalten oder wollen Sie eine solche erwirken? Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und welche Verteidigungsaussichten gegen eine einstweilige Verfügung bestehen, erfahren Sie hier!   Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung  Tel.: 040 – 228 682 10   Um eine einstweilige Verfügung im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes geht es, sofern auf eine außergerichtliche Abmahnung hin…

Urheberrechtsverletzung amazon

Verkäufer auf Amazon haften für Urheberrechtsverletzung

Das Landgericht Köln hatte darüber zu entscheiden, ob Onlinehändler für die Verwendung urheberrechtsgeschützter Fotos in den Angeboten auf dem Amazon-Market-Place haften. Mit der steigenden Anzahl der Onlinehändler nehmen auch die Probleme mit Abmahnpotential zu, die für manche unerwünschte Überraschung sorgen. Existiert bereits eine Verkaufsseite für ein bestimmtes Produkt, kann Amazon das Anlegen einer eigenen Verkaufsseite…

Energieeffizenzklasse

Keine unmittelbare Angabe der Energieeffizenzklasse erforderlich

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass es bei der Angabe der Effizienzklasse eines Elektrogeräts in einem Online-Shop nicht zwingend notwendig ist, dass diese Angabe in einem unmittelbarem und direktem Zusammenhang mit dem entsprechenden Gerät erfolgt. Ausreichend ist bereits die Verlinkung mit einer gesonderten Internetseite, auf der sich die entsprechende Information und entsprechende Erläuterungen finden. Alles andere…

cache

Keine Vertragsstrafe bei Abrufbarkeit im Google-Cache

Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat kürzlich entschieden, dass ein Unterlassungsschuldner nicht gegen seine Unterlassungspflicht verstößt, wenn ein von ihm unzulässig genutztes urheberrechtlich geschütztes Bild nach Abgabe einer Unterlassungserklärung weiterhin im Google Cache auffindbar ist.   Keine Verwirkung der Vertragsstrafe, sofern Bild „nur“ noch im Google-Cache abrufbar ist Der Beklagte, der gewerblich Wasserschläuche vertreibt, warb auf seinem…

vergleichende werbung

Zulässigkeit von vergleichender Werbung zu günstigerem Preis

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat eine vergleichende Werbung mit der Behauptung der Funktionsgleichheit eines Produktes zu einem günstigeren Preis für zulässig erklärt – solange die Aussage richtig und darüber hinaus für den Verbraucher nachprüfbar ist.   Vergleichende Werbung zwischen zwei Produkten Im zugrundeliegenden Rechtsstreit hatte die Beklagte in einer Onlinewerbung die Artikel ihrer Pflegeserie „Classic“ den Produkten…

werbe-e-mail

Werbe-E-Mail nur nach ausdrücklicher Zustimmung

Das Landgericht Berlin verurteilte die Betreiberin eines Onlinehandels dazu es zu unterlassen, Werbung per E-Mail an Kunden zu senden, die durch Aktivierung eines Abmeldelinks in einer Werbe-E-Mail oder auf sonstige Art und Weise der Zusendung von E-Mailwerbung gegenüber des Onlineshops widersprochen haben. Die Parteien stritten um die Unterlassung unerwünschter Werbe-E-Mails. Die Klägerin ist ein Verband zur Bekämpfung unlauteren…

Bewertungen

Haftung eines Portalbetreibers für Bewertungen

Mit Urteil vom 01.03.2016 hatte der Bundesgerichtshof die Pflichten des Betreibers eines Ärtzebewertungsportals konkretisiert.   Sachverhalt zur Entscheidung des BGH zu Bewertungen Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zu Grunde: Die Beklagte betreibt unter der Domain www.jameda.de ein Portal, das der Suche und Bewertung von Ärzten dient. Registrierten Nutzern bietet sich die Möglichkeit, die Tätigkeit von Ärzten in…

Anmelden oderCreate an account

Kanzlei Wrase hat 4.9 von 5 Sterne | 97 Bewertungen auf ProvenExpert.com