Bewertungsrecht · Google · Reputationsschutz
Negative Bewertung
löschen lassen
Eine schlechte Bewertung muss nicht allein deshalb verschwinden, weil sie unangenehm oder geschäftsschädigend ist. Angreifbar kann sie aber sein, wenn kein echter Kunden- oder Geschäftskontakt bestand, Tatsachen unwahr sind, die Äußerung Rechte verletzt oder gegen die Regeln der Plattform verstößt.
Stand 5.10.2026 · Kanzlei Wrase in Hamburg · bundesweite Vertretung
Negative Bewertung prüfen lassen
Senden Sie den Link zur Bewertung, einen Screenshot und kurz die Information, ob ein Kunden- oder Geschäftskontakt stattgefunden hat.
040 228 682 10 →mail@lawst.de →
Screenshot, URL und weitere Nachweise können Sie ergänzend per E-Mail übersenden.
Eine Anfrage allein begründet keine Mandatsübernahme. Erfolgsaussichten, Vorgehen und Kosten werden vor einer Beauftragung geklärt. Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie in der Datenschutzerklärung.
- Bewertung sichern. Screenshot, URL, Profilname, Sternezahl und Datum dokumentieren.
- Rechtsgrund prüfen. Kundenkontakt, Tatsachen, Meinungsäußerung und Plattformregeln getrennt bewerten.
- Gezielt vorgehen. Plattformmeldung, anwaltliche Beanstandung und gegebenenfalls Ansprüche gegen den Verfasser abstimmen.
Kurzantwort
Wann kann eine negative Bewertung gelöscht werden?
Eine negative Bewertung kann gelöscht werden, wenn sie rechtswidrig ist oder gegen die einschlägigen Plattformregeln verstößt. Zulässige Meinungen über eine tatsächlich gemachte Erfahrung müssen dagegen grundsätzlich hingenommen werden, auch wenn sie hart oder wirtschaftlich nachteilig sind.
Besonders angreifbar sind Bewertungen ohne tatsächlichen Kunden- oder Geschäftskontakt, unwahre Tatsachenbehauptungen, bestimmte beleidigende oder rein herabsetzende Äußerungen sowie Inhalte, die nach den Regeln der Plattform als Fake, Interessenkonflikt, Belästigung oder sonstiger unzulässiger Inhalt einzuordnen sind.
Keine echte Erfahrung: Bewertung ohne Kundenkontakt
Für Bewertungsportale ist der fehlende Kunden- oder Geschäftskontakt besonders wichtig. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 9.8.2022, VI ZR 1244/20, klargestellt, dass grundsätzlich bereits die Rüge des Bewerteten, einer Bewertung liege kein tatsächlicher Kontakt zugrunde, Prüfpflichten des Portals auslösen kann.
Eine zusätzliche ausführliche Begründung des fehlenden Kontakts ist gegenüber dem Portal grundsätzlich nicht erforderlich. Eine Ausnahme kann insbesondere dann bestehen, wenn sich die Identität des Bewertenden aus der Bewertung ohne Weiteres ergibt. Auch Rechtsmissbrauch bleibt ausgeschlossen.
Für Unternehmen bedeutet das praktisch: Ist nicht erkennbar, wer bewertet hat, und lässt sich kein passender Auftrag, Kauf, Besuch oder sonstiger Geschäftsvorgang zuordnen, sollte dieser Punkt klar und ausdrücklich gerügt werden.
Unwahre Tatsachen, Meinungen und Beleidigungen unterscheiden
Bei der rechtlichen Prüfung muss zunächst sauber zwischen Tatsachenbehauptung und Werturteil unterschieden werden. Tatsachen sind dem Beweis zugänglich. Behauptet ein Nutzer etwa einen konkreten Vorgang, der nachweislich nicht stattgefunden hat, kann dies einen Löschungs- und Unterlassungsanspruch stützen.
Meinungsäußerungen sind demgegenüber durch Art. 5 Abs. 1 GG geschützt. Auch scharfe, polemische oder ungerechte Kritik ist nicht automatisch rechtswidrig. Die Grenze kann überschritten sein, wenn eine Äußerung nicht mehr der Auseinandersetzung in der Sache dient, sondern die persönliche Herabsetzung im Vordergrund steht, oder wenn strafbare Beleidigungen, Verleumdungen oder üble Nachrede vorliegen.
Unwahre Tatsache
Konkrete überprüfbare Behauptung, die objektiv falsch ist. Hier bestehen regelmäßig deutlich bessere Angriffsmöglichkeiten.
Zulässige Meinung
Subjektive Bewertung einer echten Erfahrung. Auch negative und überspitzte Kritik kann geschützt sein.
Gemischte Äußerung
Wertung und Tatsachenkern greifen ineinander. Dann muss der konkrete Aussagegehalt im Zusammenhang geprüft werden.
Persönliche Herabsetzung
Beleidigungen, Drohungen oder unbelegte Vorwürfe kriminellen oder unethischen Verhaltens können zusätzliche Rechtsverletzungen begründen.
Google-Bewertung löschen lassen: Auch die Plattformregeln sind wichtig
Bei Google sollte neben deutschem Äußerungsrecht auch geprüft werden, ob die Rezension gegen die Google-Richtlinien für von Nutzern erstellte Inhalte verstößt. Google verlangt, dass Bewertungen auf einer tatsächlichen Erfahrung beruhen und authentisch sowie unvoreingenommen sind.
Nach den aktuellen Google-Regeln sind unter anderem Fake-Bewertungen, Bewertungen mit Interessenkonflikt, Beiträge ohne reale Erfahrung, Belästigungen, bestimmte persönliche Angriffe, personenbezogene Daten und unbelegte Vorwürfe unethischen oder kriminellen Verhaltens unzulässig. Auch Bewertungen eines Wettbewerbers mit dem Ziel, den Ruf eines Unternehmens zu schädigen, können gegen die Plattformregeln verstoßen.
So läuft die Prüfung und Löschungsbeanstandung ab
Ein strukturiertes Vorgehen erhöht die Chance, dass die Plattform den konkreten Rechtsverstoß tatsächlich prüft. Zugleich bleibt dokumentiert, was wann beanstandet wurde, falls später weitere Schritte erforderlich werden.
- 01→ SICHERN
Bewertung dokumentieren
Screenshot, URL, Nutzername, Sternezahl, Datum und sichtbaren Text sichern.
- 02→ EINORDNEN
Rechtsgrund bestimmen
Fehlenden Kontakt, Tatsachenkern, Meinung, Beleidigung und Richtlinienverstoß getrennt prüfen.
- 03→ MELDEN
Plattform substantiiert informieren
Die konkrete Bewertung und der beanstandete Punkt werden präzise bezeichnet und begründet.
- 04→ ESKALIEREN
Weitere Schritte prüfen
Bei Ablehnung kommen erneute rechtliche Beanstandung, Vorgehen gegen den Verfasser oder gerichtliche Maßnahmen in Betracht.
Was kostet es, eine Google-Bewertung löschen zu lassen?
Die reine Meldung einer Rezension über die von Google bereitgestellten Meldewege ist kostenlos. Kosten entstehen, wenn eine rechtliche Prüfung oder anwaltliche Vertretung beauftragt wird. Deren Höhe hängt insbesondere vom Umfang der Prüfung, der Anzahl der Bewertungen, dem erforderlichen Vorgehen und davon ab, ob eine außergerichtliche oder gerichtliche Tätigkeit erforderlich wird.
Bei Kanzlei Wrase werden Umfang und Kosten einer Beauftragung vor Mandatsübernahme geklärt. Eine pauschale Erfolgsgarantie für die Löschung einer zulässigen Bewertung wäre unseriös, weil die Entscheidung des Portals und die rechtliche Bewertung vom konkreten Inhalt abhängen.
Besteht eine Rechtsschutzversicherung, kann eine Deckungsanfrage sinnvoll sein. Ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht, hängt vom konkreten Vertrag und Versicherungsfall ab.
Welche Pflichten haben Bewertungsportale nach dem Digital Services Act?
Der Digital Services Act sieht für Hostingdienste ein elektronisches Melde- und Abhilfeverfahren für mutmaßlich rechtswidrige Inhalte vor. Nach Art. 16 DSA sollen Meldungen hinreichend genau und angemessen begründet sein und insbesondere den konkreten Speicherort beziehungsweise die URL des beanstandeten Inhalts benennen.
Für die Praxis passt dies zu einem strukturierten Löschungsantrag: konkrete Bewertung identifizieren, Rechtsverletzung erläutern und die Tatsachengrundlage soweit erforderlich benennen. Der DSA ersetzt dabei nicht die materiell-rechtliche Prüfung nach deutschem Äußerungs- und Persönlichkeitsrecht.
Gegen Google oder direkt gegen den Verfasser vorgehen?
Welcher Weg sinnvoll ist, hängt davon ab, ob der Verfasser bekannt ist, wie eindeutig die Rechtsverletzung ist und welches Ziel erreicht werden soll. Eine Plattform kann eine Bewertung entfernen oder sperren. Gegen den Verfasser selbst können bei bestehender Anspruchslage insbesondere Unterlassungs- oder weitere zivilrechtliche Ansprüche geprüft werden.
Ist die Identität des Bewertenden unbekannt, bedeutet das nicht automatisch, dass keine Möglichkeit besteht. Zunächst kann die Plattform mit einer konkreten Beanstandung zur Prüfung veranlasst werden. Auskunftsansprüche über Nutzerdaten unterliegen dagegen besonderen gesetzlichen Voraussetzungen und müssen gesondert geprüft werden.
Mehr zur Haftung und Beweisfrage: Negative Bewertungen – BGH positioniert sich und Wer trägt bei negativen Bewertungen die Beweislast?.
Welche Unterlagen helfen bei der Prüfung einer negativen Bewertung?
- direkter Link zur konkreten Bewertung oder zum Bewertungsprofil,
- vollständiger Screenshot mit Sternezahl, Nutzername und Datum,
- Angabe, ob ein Kunden-, Patienten-, Gäste-, Arbeits- oder Geschäftskontakt erkennbar ist,
- bei konkreten Tatsachenbehauptungen vorhandene Belege, Rechnungen, E-Mails oder sonstige Unterlagen,
- bei Wettbewerbern oder ehemaligen Mitarbeitern Hinweise auf einen möglichen Interessenkonflikt,
- bei mehreren Bewertungen eine kurze Übersicht, welche Rezensionen beanstandet werden sollen.
Ihr Ansprechpartner
Anwaltliche Prüfung negativer Bewertungen
Kanzlei Wrase prüft negative Online-Bewertungen für Unternehmen und Betroffene bundesweit. Im Mittelpunkt stehen die konkrete Aussage, der tatsächliche Kontakt, die Plattformregeln und die Frage, welcher Weg im Verhältnis von Aufwand, Kosten und Erfolgsaussicht sinnvoll ist.
Die Beratung umfasst je nach Auftrag die rechtliche Einordnung, die Formulierung einer substantiierten Beanstandung gegenüber dem Portal und die Prüfung weiterer Ansprüche gegen den Verfasser.

Rechtsanwalt Björn Wrase
Kanzlei Wrase
Am Kaiserkai 69
20457 Hamburg · Deutschland
040 228 682 10 · mail@lawst.de
Häufige Fragen zum Löschen negativer Bewertungen
Kann jede negative Google-Bewertung gelöscht werden?
Nein. Eine zulässige Meinungsäußerung über eine tatsächliche Erfahrung muss grundsätzlich hingenommen werden. Eine Löschung kommt insbesondere bei fehlendem Kundenkontakt, unwahren Tatsachenbehauptungen, bestimmten Persönlichkeitsrechtsverletzungen oder Verstößen gegen die Google-Richtlinien in Betracht.
Was gilt, wenn ich den Bewerter nicht kenne?
Nach der BGH-Rechtsprechung kann grundsätzlich bereits die Rüge, dass kein Kunden- oder Gästekontakt zugrunde liegt, Prüfpflichten des Bewertungsportals auslösen. Eine nähere Begründung ist regelmäßig erst dann erforderlich, wenn sich die Identität des Bewertenden aus der Bewertung ohne Weiteres ergibt oder besondere Umstände vorliegen.
Kann eine 1-Stern-Bewertung ohne Text gelöscht werden?
Auch eine reine Sternebewertung kann rechtlich relevant sein. Ob sie entfernt werden kann, hängt insbesondere davon ab, ob eine tatsächliche Erfahrung zugrunde liegt und welche Plattformregeln gelten. Fehlt ein nachvollziehbarer Kundenkontakt, sollte die Bewertung konkret beanstandet werden.
Wie lange dauert das Löschen einer Google-Bewertung?
Eine feste Dauer lässt sich nicht seriös zusagen. Die Bearbeitungszeit hängt von Plattform, Begründung, Stellungnahme des Nutzers und einer möglichen weiteren Eskalation ab. Bei dringendem erheblichem Schaden ist zusätzlich zu prüfen, ob gerichtlicher Eilrechtsschutz in Betracht kommt.
Was kostet ein Anwalt für die Löschung einer Bewertung?
Das hängt vom konkreten Auftrag, der Anzahl der Bewertungen und dem erforderlichen Vorgehen ab. Die Kosten einer Beauftragung werden vor Mandatsübernahme geklärt. Die einfache Plattformmeldung selbst ist kostenlos.
Kann ich auch gegen Facebook-, eBay-, Jameda-, Kununu- oder andere Portalbewertungen vorgehen?
Grundsätzlich ja, wenn die Bewertung rechtswidrig ist oder gegen die jeweiligen Plattformregeln verstößt. Der konkrete Meldeweg und die vertraglichen Regeln unterscheiden sich jedoch von Portal zu Portal.
Bewertung sichern. Rechtsgrund klären.
Lassen Sie die negative Bewertung prüfen.
Senden Sie den Link oder Screenshot und kurz die Information zum Kunden- oder Geschäftskontakt. Danach lässt sich einschätzen, ob eine Beanstandung gegenüber Google oder einem anderen Portal sinnvoll ist.
