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Urheberrecht · Musik in Reels und Stories

Abmahnung wegen Musik
auf Instagram erhalten?

Ein Song aus der Instagram-Bibliothek ist nicht automatisch für jede Nutzung lizenziert. Bei einer Abmahnung zählen der konkrete Track, das Reel oder die Story, der Nutzungszweck, die Rechte des Anspruchstellers und der Inhalt des Schreibens. Prüfen Sie die Frist und legen Sie sich weder durch eine schnelle Zahlung noch durch eine ungeprüfte Unterlassungserklärung fest.

Dieser Beitrag erklärt die allgemeinen Fragen zur Musiknutzung. Wenn es um eine bestimmte Kanzlei oder Rechteinhaberin geht, lesen Sie zusätzlich die passenden Hinweise zur Sunny-Bossa-Abmahnung.

Schreiben und Nutzung einordnen

Nennen Sie die Frist, den betroffenen Beitrag und ob Zahlung, Auskunft oder Unterlassung verlangt wird. Bei knappem Fristablauf rufen Sie bitte zusätzlich an.

040 228 682 10 →mail@lawst.de →

Dateien mitsenden? Auf der Kontaktseite können Sie Abmahnungen und andere Unterlagen direkt hochladen.

Eine Anfrage allein begründet keine Mandatsübernahme und wahrt keine Frist. Umfang und Kosten einer Beauftragung klärt die Kanzlei vorab mit Ihnen. Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten stehen in der Datenschutzerklärung.

  1. Frist und Belege sichern. Schreiben, Anlagen, Reel und Kontoeinstellungen dokumentieren.
  2. Nutzung genau prüfen. Track, Zeitraum, Account, Werbung und Lizenzweg zuordnen.
  3. Ansprüche trennen. Unterlassung, Schadensersatz und Kosten gesondert bewerten.

Darf ich Musik aus der Instagram-Bibliothek nutzen?

Dass Instagram einen Titel in der App anbietet, beantwortet die Lizenzfrage für Ihren konkreten Beitrag nicht vollständig. Entscheidend ist, für welche Nutzung Rechte eingeräumt sind. Meta weist selbst darauf hin, dass bestimmte geschäftliche Konten und Beitragsarten keinen Zugriff auf die lizenzierte Musikbibliothek haben, um eine kommerzielle Nutzung zu begrenzen. Verfügbarkeit und Auswahl in der App ersetzen daher keine Prüfung der Bedingungen für den jeweiligen Track, das Konto und den Beitrag.

Eine unmittelbar von Rechteinhabern erworbene Lizenz kann weiter reichen oder andere Bedingungen enthalten. Halten Sie fest, woher die Musik stammt, wann sie ausgewählt wurde und welche Vereinbarungen damals galten. Meta erläutert den Zugang zur lizenzierten Instagram-Musikbibliothek; die Plattformhinweise sollten für den Nutzungszeitpunkt gesichert und mit dem konkreten Vorwurf abgeglichen werden.

Privates Reel oder geschäftlicher Beitrag?

Die Bezeichnung eines Accounts als „privat“, „Creator“ oder „Business“ entscheidet die urheberrechtliche Lizenzfrage nicht allein. Bedeutung haben Inhalt und Zweck des konkreten Reels oder der Story: etwa Produktwerbung, bezahlte Kooperationen, Unternehmenskommunikation oder die Bewerbung eigener Leistungen. Auch eine Nutzung ohne unmittelbar sichtbaren Kaufbutton kann geschäftlich geprägt sein. Umgekehrt sollte eine private Nutzung nicht pauschal als Rechtsverletzung behandelt werden.

Prüfen Sie deshalb den einzelnen Beitrag, Kennzeichnungen, Verträge mit Auftraggebern sowie die tatsächlich verwendete Audioquelle. Eine technische Zugriffsmöglichkeit auf einen Titel beweist weder eine umfassende kommerzielle Lizenz noch automatisch das Fehlen jeder Erlaubnis.

Wird nur Zahlung oder auch Unterlassung verlangt?

Nur eine Zahlungsforderung

Prüfen Sie Anspruchsteller, Titel, Fundstelle, Zeitraum und jede Position der Berechnung. Aus einer Zahlungsaufforderung allein folgt keine Pflicht, ungefragt eine strafbewehrte Erklärung abzugeben.

Auch Unterlassung oder Auskunft

Dann müssen zusätzlich das verlangte Verbot, ein etwaiger Erklärungstext und Auskunftsfragen geprüft werden. Ein mitgesandter Entwurf ist nicht automatisch in der vorgelegten Form geschuldet.

Eine Abmahnung soll nach § 97a UrhG bestimmte Angaben enthalten. Ob das konkrete Schreiben diese Anforderungen erfüllt und welche Folgen sich daraus ergeben, lässt sich nur anhand der vollständigen Unterlagen beurteilen. Nicht jede Musikforderung ist in Inhalt und Rechtsfolge identisch.

Rechtekette, Schadensersatz und Kosten getrennt prüfen

Zuerst ist zu klären, welcher Musiktitel und welche Aufnahme betroffen sind und wer welche Rechte geltend macht. Bei Musik können verschiedene Rechte an Komposition, Text und Aufnahme berührt sein. Ein Schreiben muss dem konkret beanstandeten Beitrag und einer nachvollziehbaren Berechtigung zugeordnet werden; der Name einer Agentur oder Kanzlei belegt diese Kette für sich genommen nicht.

§ 97 UrhG regelt Beseitigung, Unterlassung und Schadensersatz mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Für Schadensersatz sind unter anderem die Rechtsverletzung und das Verschulden zu prüfen; bei der Lizenzanalogie kommt es auf eine angemessene Vergütung für die konkrete Nutzung an. Aus einer behaupteten „üblichen“ Summe folgt kein fester Tarif für jedes Reel. Ebenso sind Dauer, Reichweite, Werbekontext und die tatsächlich betroffenen Rechte nicht beliebig austauschbar.

Kosten für eine Abmahnung sind nach § 97a UrhG anhand ihrer Voraussetzungen und Berechnung zu prüfen. Weder sämtliche geltend gemachten Beträge noch „nur die Anwaltsgebühr“ sind ohne Einzelfallprüfung die richtige Antwort.

Was sollte ich nach dem Eingang tun?

  1. 01Dokumentieren

    Frist, Beitrag und Audio sichern

    Bewahren Sie das vollständige Schreiben auf. Sichern Sie Link, Screenshots, Veröffentlichungszeitraum und Hinweise zur verwendeten Musik, bevor Sie den Beitrag verändern.

  2. 02Risiko begrenzen

    Weitere Nutzung prüfen

    Bei ernsthaften Zweifeln an der Berechtigung sollte eine fortlaufende Nutzung zügig unterbunden werden. Dokumentation und Entfernung ersetzen aber nicht automatisch eine verlangte Unterlassungserklärung.

  3. 03Gezielt reagieren

    Ansprüche vor Antwort prüfen

    Lassen Sie Lizenz, Berechtigung, Erklärungstext und Berechnung bewerten. Unterschreiben oder zahlen Sie nicht allein aufgrund einer pauschalen Empfehlung.

Eine Frist im Schreiben sollte ernst genommen werden. Ob und wie eine Unterlassungserklärung abgegeben, geändert oder zurückgewiesen wird, hängt vom Einzelfall ab. Bei sehr kurzer Frist kontaktieren Sie die Kanzlei zusätzlich telefonisch.

Welche Unterlagen helfen bei der Prüfung?

Schreiben und Veröffentlichung

  • Abmahnung samt Vollmacht, Anlagen, Frist und Forderungsaufstellung
  • Link oder Screenshot des Reels bzw. der Story und Veröffentlichungszeitraum
  • Name des Tracks, Künstlerangaben und verwendete Audioquelle
  • Weitere Veröffentlichungen mit derselben Musik

Nutzung und Lizenz

  • Kontotyp und Einstellungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • Auftrag, Kooperation, Werbekennzeichnung oder Unternehmensbezug
  • Lizenzen, Rechnungen, Freigaben und damalige Plattformhinweise
  • Bisherige Antworten, Zahlungen und Entfernungsnachweise

Auch wenn eine Agentur oder ein Mitarbeiter das Video erstellt hat, sollten Auftrag, Zuständigkeiten und Lizenzbeschaffung nachvollzogen werden. Das schließt Ansprüche gegenüber dem veröffentlichenden Account nicht pauschal aus.

Spezielle Musikfälle und Social Media

Bei TikTok sind die Audioquelle und die dortigen Lizenzbedingungen gesondert zu prüfen. Die Spezialseiten zu IPPC LAW / DEFEND MUSIC sowie SoundGuardian und Nachlizenzierung ordnen die jeweiligen Schreiben und Vertragsangebote ein. Neu hinzugekommen ist der Beitrag zur Abmahnung von Hild & Kollegen für Soundcheck Media nach fairSync-Lizenzangebot.

Bei einer Sunny-Bossa-Abmahnung durch lohmeier partners sind die konkret benannten Beteiligten und der betroffene Track gesondert zu prüfen. Der Beitrag zur Abmahnung von Beutler Brand für INSTNCT / TRO behandelt inzwischen auch den aktuellen 2026-Fall zu „Magic“ von Adam Spector. Angaben auf den Spezialseiten sollten immer mit dem konkreten Schreiben abgeglichen werden. Für Bilder, Videos und Reposts lesen Sie den allgemeinen Social-Media-Ratgeber.

Rechtsanwalt Björn Wrase

Rechtsanwalt Björn Wrase

Kanzlei Wrase in Hamburg prüft urheberrechtliche Forderungen anhand des konkreten Schreibens, der Nutzung und der verfügbaren Lizenzunterlagen. Das Vorgehen und die Kosten einer Beauftragung werden vorab besprochen.

Kontakt zur Kanzlei →

Häufige Fragen zur Musik-Abmahnung

Ist Musik aus der Instagram-Bibliothek automatisch für Werbung erlaubt?

Nein. Die Bereitstellung in der App belegt keine Erlaubnis für jede geschäftliche Nutzung. Entscheidend sind die Rechte am konkreten Track, die Bedingungen der Audioquelle und der Zweck des Beitrags.

Schützt ein privat eingestellter Account vor einer Abmahnung?

Die Kontobezeichnung entscheidet nicht allein. Auch Inhalt, Werbung, Kooperationen und der tatsächliche Nutzungszweck des beanstandeten Reels oder der Story sind zu prüfen.

Muss ich die beigefügte Unterlassungserklärung unterschreiben?

Ein vorformulierter Text ist nicht automatisch in genau dieser Form geschuldet. Ob überhaupt ein Unterlassungsanspruch besteht und wie darauf zu reagieren ist, hängt von der konkreten Nutzung und dem Schreiben ab.

Reicht es, das Reel zu löschen?

Die Entfernung kann eine laufende Nutzung beenden. Sie beantwortet nicht automatisch Fragen zu vergangenen Nutzungen, Schadensersatz oder einer geltend gemachten Wiederholungsgefahr.

Ist ein geforderter Lizenzbetrag immer zu zahlen?

Nein. Berechtigung, Umfang und Höhe der Forderung müssen anhand des Tracks, der Rechte, der Nutzungsdauer und des Werbekontexts geprüft werden. Es gibt keinen festen Betrag für jedes Reel.

Was sollte ich der Kanzlei zuerst schicken?

Das vollständige Schreiben mit Anlagen und Frist, den betroffenen Beitrag, Angaben zur Musikquelle und vorhandene Lizenz- oder Kooperationsunterlagen. Eine bloße Anfrage wahrt keine Frist.

Frist beachten · Nutzung prüfen · Antwort abstimmen

Musik-Abmahnung erhalten?

Übermitteln Sie das Schreiben und die wichtigsten Belege. Kanzlei Wrase bespricht mit Ihnen den nächsten Schritt und die Kosten einer Beauftragung.

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