Threema: Messenger im Hinblick auf den Datenschutz

Threema als Alternative zu WhatsApp? WhatsApp ist der weltweit mit Abstand am häufigsten genutzte Messengerdienst. Es gibt aber bessere und aus Sicht des Datenschutzes auch sicherere Alternativen. Eine davon ist Threema, ein Kurznachrichtendienst des gleichnamigen Schweizer Unternehmens, den es schon seit 2021 gibt.

Datenschutz als wichtigster Vorteil von Threema

Threema legt größtes Augenmerk auf den Datenschutz, was den Messenger von WhatsApp unterscheidet. Dabei bietet er einen etwas größeren Funktionsumfang als WhatsApp. Chatten und Telefonieren sind selbstverständlich möglich, darüber hinaus lassen sich beispielsweise auch Umfragen erstellen. Immerhin rund fünf Millionen Nutzer haben sich Anfang 2021 schon von diesen Vorzügen überzeugen lassen. Unter den kostenpflichtigen Messengerdiensten soll Threema nach eigenen Angaben die weltweite Spitzenposition einnehmen. Die Kosten für die App liegen im App-Store bei 3,49 Euro, im Google-Play-Store bei 2,99 Euro. Der Nachrichtenversand kostet einige Cent oder Rappen zusätzlich. Das sollte Interessenten nicht unbedingt abschrecken, denn mit den Käufen der Apps kann sich Threema eigenständig finanzieren und daher komplett werbefrei bleiben. Dieses Prinzip will der Anbieter auch durchhalten.

Was bedeutet „Threema“?

Der Name leitet sich vom englischen Begriff für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ab. Diese gilt für alle Nachrichten, Medien, Gruppenchats, Dateien, Statusmeldungen und Sprachanrufe auf Threema. Freilich haben die Schweizer Entwickler den englischen Fachbegriff („End-to-End Encrypting-Messaging-Application“ – Akronym EEEMA) etwas angepasst, um den für das Marketing griffigeren Begriff Threema zu schaffen. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzt WhatsApp bekanntermaßen auch. Jedoch gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden Konkurrenten: Bei WhatsApp müssen wir uns per Handynummer oder auch mit einer E-Mail-Adresse anmelden, wodurch unsere Identifikation möglich ist. Bei Threema entfällt dieser Schritt.

Stattdessen generiert der Nutzer beim Einrichten der App eine zufällige ID (Identifikationsnummer). Mit dieser kann er anschließend wirklich anonym kommunizieren. Zusätzlich werden komplett alle Datenspuren der Kommunikation durch diesen Messenger verwischt. Die Kontaktlisten und Gruppen verwaltet nämlich das Smartphone des Nutzers und nicht der Server des Anbieters (wie bei WhatsApp). Die Nachrichten löscht Threema sofort nach ihrer Zustellung, wodurch praktisch keine Metadaten entstehen. Mit diesen Features ist Threema ein wirklich anonymer Kurznachrichtendienst.

Kontakte mit Vertrauensstufe

Das Vertrauen zu einem Kontakt zeigt eine Ampel an, die hinter jedem Kontakt erscheint. Sollte diese nur einen roten Punkt zeigen, konnte die App per Abgleich mit dem eigenen Adressbuch keinen passenden Kontakt finden. Damit handelt es sich um die Nachricht eines Fremden, den der Nutzer nicht kennt. Zwei gelbe Punkte zeigen an, dass der Kontakt im eigenen Adressbuch bekannt ist, drei grüne Punkte sind sogar ein sehr guter Kontakt: Der Nutzer hat dessen Schlüsselfingerabdruck oder QR-Code mit seinem eigenen Smartphone gescannt. Das konnte nur bei einem persönlichen Treffen mit dieser Person geschehen.

Kompatibilität und Features

Threema funktioniert auf Smartphones, Tablets, Smart & Apple Watches, iPads, im Android Auto, auf dem Kindle von Blackberry, allerdings nicht mit dem System Car Play von Apple. Wichtige Features sind Threema Gateway für die Integration von Nachrichten in andere Softwareanwendungen, Threema Work für die Kommunikation mit Arbeitskollegen und und Threema Education für Schulklassen oder Lehrerkollegien. Letzteres könnte während der aktuellen Lockdowns mit geschlossenen Schulen sehr wichtig werden.