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Neue formelle Vorschriften für Inkasso-Büros

Wer als Gläubiger finanzielle Ansprüche geltend machen möchte, wendet sich häufig in erster Instanz an ein Inkassobüro, das offene Forderungen eintreiben soll, um den gerichtlichen Weg zu umgehen. Jedoch stehen auch Inkassobüros manchmal im Verdacht, dabei unseriöse Geschäftspraktiken anzuwenden. Daher wurden von Seiten der Gerichte strengere Vorschriften für das Inkassowesen definiert, die zum 1 November 2014 in Kraft getreten sind und für alle gelten, die Inkasso-Dienstleistungen anbieten.

Die Regelungen betreffen zum Einen die Angaben, die den angeschriebenen Verbrauchern im ersten Schreiben gemacht werden müssen. Insbesondere müssen die angefallenen Kosten in Art, Höhe und Entstehungsgrund samt Zinsen detailliert aufgeschlüsselt und auch der Forderungsgrund muss hinreichend dargelegt werden.

Des Weiteren wurden auch Angaben definiert, die der Inkasso Dienstleister dem Verbraucher auf Nachfrage darlegen muss. Dazu gehören die ladungsfähige Adresse des Inkasso-Auftraggebers sowie die Umstände, unter denen der Vertrag, aus dem die Forderung resultiert, entstanden ist.

Inkassobüros und Rechtsanwälte, die sich nicht an diese neuen Regelungen halten und Briefe ohne die geforderten Angaben versenden, begehen eine Ordnungswidrigkeit und riskieren, dass sie Ihren Betrieb nicht fortsetzen können. Bereits vor der Gesetzesänderung war die häufig in Inkassoschreiben verwendete Schufa-Klausel, die Verbraucher einen Eintrag in die Schuldnerkartei androhte. Da aber viele Forderungen von den Verbrauchern bestritten und daher zunächst auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft werden mussten, gelten solche Drohungen teilweise sogar als Nötigung.

 

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